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Wie berechnet man die Reichweite eines E-Bikes mit 720Wh im Vergleich zu 960Wh, und warum ist die Reichweite des Akkus so unterschiedlich?

Sie kennen das Problem: gleiches Fahrzeug, andere Reichweite

An einem Tag kommen Sie mit 35% Akku problemlos nach Hause, am nächsten Tag haben Sie selbst auf dem letzten Stück ein mulmiges Gefühl. Das ist keine Einbildung: Die Akku-Reichweite eines E-Bikes kann von einer Fahrt zur nächsten stark schwanken, selbst wenn Ihre Akkukapazität gleich bleibt.

Bei Modellen mit unterschiedlichen Batterien (z.B. 720Wh und 960Wh) scheint es einfach zu sein: eine größere Zahl bedeutet eine weitere Fahrt. In der Praxis bestimmen Ihr Fahrstil, die Bedingungen und die Belastung oft mehr, als Sie erwarten.

Was bedeutet eigentlich 720Wh oder 960Wh?

Wh steht für Wattstunden: ein Maß für die in der Batterie gespeicherte Energiemenge. Grob gesagt, mehr Wh = mehr “Treibstoff”, um den Motor zu unterstützen.

Eine 960-Wh-Batterie hat theoretisch 33% mehr Energie als eine 720-Wh-Batterie (960/720 = 1,33). Wenn also alles andere genau gleich bleibt, können Sie auch etwa 33% mehr Reichweite erwarten.

Das mit den “gleichen Voraussetzungen” ist der schwierige Teil.

Warum spiegelt sich das 33% oft nicht genau auf der Straße wider?

  • Ihr Verbrauch pro Kilometer ist nicht konstant: Gegenwind, Ampeln und kalte Luft erhöhen den Verbrauch.
  • Fahrverhalten ändert sich mit größerer Batterie: Es ist wahrscheinlicher, dass Sie eine höhere Unterstützung wählen, weil Sie sich “frei” fühlen.
  • Batterien liefern bei Kälte und hoher Belastung unterschiedliche Ergebnisse: Die Leistung kann früher zurückgeschaltet werden, so dass bei gleichem Fahrgefühl mehr Leistung abgerufen wird.

Die häufigsten Ursachen für Reichweitenunterschiede

Nachstehend finden Sie die Faktoren, die in der Praxis den größten Unterschied ausmachen. Sie können sie als Checkliste verwenden, um Ihre eigenen Fahrten realistischer zu planen.

1) Gesamtlast: Gewicht des Fahrers + Gepäck + Fahrrad

Mehr Masse bedeutet mehr Energie beim Beschleunigen und an Steigungen. Auch der Rollwiderstand spielt eine Rolle, wenn man in der Ebene fährt, vor allem bei niedrigem Reifendruck und breiten Reifen.

Bei einem E-Bike für den Pendlerverkehr mit einer Tasche oder Kiste kann der Unterschied mit einer einzigen Ladung schnell 5-15 km betragen, je nach Unterstützungsgrad.

2) Stop-and-go in der Stadt

Jedes Mal, wenn Sie wieder beschleunigen, verlangen Sie dem Motor Spitzenleistung ab. Im dichten Stadtverkehr mit vielen Kreuzungen ist Ihre Durchschnittsgeschwindigkeit niedriger und die Anzahl der Beschleunigungen höher.

Das spiegelt sich in der Reichweite wider: Für die gleiche Strecke mit weniger Stopps wird oft deutlich weniger Akku benötigt.

3) Unterstützungsmodus und Tretverhalten

Der Motor “misst”, was Sie tun, und ergänzt dies durch Unterstützung. Je höher die Einstellung, desto mehr Energie pro Kilometer geht aus der Batterie.

  • Niedrig/ökologisch: Sie stellen selbst mehr Arbeit zur Verfügung; niedriger Verbrauch pro km.
  • Mitte: angenehmes Tempo; durchschnittlicher Verbrauch pro km.
  • Hoch/TurboSchnelles Beschleunigen und höhere Reisegeschwindigkeit; hoher Verbrauch pro km.

Ein häufiger Fehler bei der Berechnung der E-Bike-Reichweite 720Wh 960Wh ist die Annahme, dass die “durchschnittliche Nutzung” für alle gleich ist. In der Praxis bedeutet es vor allem: Wie viel lassen Sie den Motor arbeiten?

4) Reifen, Reifendruck und Oberfläche

Der Rollwiderstand ist ein stiller Verursacher Ihrer Reichweite. Weiche Reifen vergrößern die Aufstandsfläche und damit den Energieverlust, besonders auf Asphalt.

Auch die Oberfläche macht einen Unterschied:

  • Glatter Asphalt: niedriger Verbrauch.
  • Kopfsteinpflaster und schlechter Straßenbelag: höherer Verbrauch aufgrund von Vibrationen und Mikrobeschleunigung.
  • Sand, Schlamm oder nasses Gras: viel höherer Verbrauch; man rollt weniger und “schiebt” mehr.

5) Wind und Geschwindigkeit

Der Luftwiderstand nimmt mit der Geschwindigkeit stark zu. Daher kann ein kleiner Geschwindigkeitsunterschied zu einem großen Verbrauchsunterschied führen, vor allem wenn Sie oft 25 km/h fahren und Gegenwind haben.

Bei starkem Gegenwind fährt man nicht nur langsamer, sondern braucht auch mehr Unterstützung, um das gleiche Gefühl zu behalten.

6) Temperatur und Batteriechemie

Kälte verringert die Verfügbarkeit von Energie in Lithium-Ionen-Batterien. Dies macht sich durch eine schneller abnehmende Reichweite bemerkbar, insbesondere bei Fahrten, bei denen die Batterie im Freien und sofort unter Volllast steht.

Diejenigen, die verstehen wollen, warum Kälte die Lithium-Ionen-Technologie beeinträchtigt, können sich über die Grundlagen informieren unter Wikipedia über Lithium-Ionen-Batterien (Hintergrundinformationen zu Betrieb und Verhalten).

7) Wartung und Technik: Bremsen, Lager, Ausrichtung

Eine leicht angezogene Bremse oder ein schiefes Rad verbrauchen ständig Energie. Dieser Effekt fühlt sich gering an, aber auf langen Fahrten macht er sich bemerkbar.

Auch Software-Einstellungen und Sensoren spielen eine Rolle: Wenn sich Ihre Unterstützung “aggressiver” anfühlt, könnte das bedeuten, dass Sie häufiger in Spitzenverbrauchszeiten sind.

So können Sie Ihre eigene Reichweite realistisch einschätzen

Eine sinnvolle Schätzung beginnt mit einem einfachen Schritt: Gehen Sie von Ihrem Verbrauch in Wh pro Kilometer. Das macht 720Wh und 960Wh direkt vergleichbar, unabhängig von den Marketingzahlen.

Schritt 1: Wählen Sie eine realistische Verbrauchsbandbreite (Wh/km)

Der Verbrauch variiert je nach Fahrrad, Reifen und Fahrstil. Dennoch lässt sich mit einer Bandbreite gut planen. Betrachten Sie dies als eine praktische Faustregel für viele E-Bikes und E-Fat-Bikes im täglichen Gebrauch:

  • 8-12 Wh/kmWirtschaftlich (flache Strecke, wenig Wind, geringe Unterstützung, guter Reifendruck).
  • 12-18 Wh/kmDurchschnitt (gemischte Strecke, Stadtverkehr, normale Unterstützung).
  • 18-25 Wh/kmSchwer (viel Stop-and-Go, Gegenwind, hohe Unterstützung, schwere Last, kaltes Wetter).

Schritt 2: Berechnen Sie Ihre theoretische Reichweite

Formel:

Reichweite (km) = Batteriekapazität (Wh) / Verbrauch (Wh pro km)

Um es konkret zu machen, hilft eine kleine Tabelle. Man sieht sofort, warum sich ein und dieselbe Batterie manchmal “kurz” und manchmal “lang” anfühlt.

Diese Tabelle zeigt Ihnen, wie viele Kilometer Sie bei verschiedenen Verbrauchswerten ungefähr erwarten können.

Verbrauch (Wh/km)720Wh (km)960Wh (km)
10 Wh/km (wirtschaftlich)72 km96 km
15 Wh/km (Durchschnitt)48 km64 km
20 Wh/km (schwer)36 km48 km
25 Wh/km (sehr schwer)28,8 km38,4 km

Schritt 3: Fügen Sie eine realistische Sicherheitsmarge hinzu

Planen Sie nicht auf 0%. Batterie-Indikatoren sind Schätzungen, und in der Kälte, kann die letztere 20% “drop out” schneller unter Last.

  • Für PendlerZählung mit Reserve 15-25%.
  • Für eine lange ReiseZählen Sie mit der Reserve 25-35%, besonders auf windigen oder unbekannten Strecken.

Praktische Tipps, um Ihre Reichweite zu erhöhen (ohne langsamer zu werden)

Sie müssen nicht unbedingt langsamer fahren, um mehr Kilometer zu erreichen. Oft sind es nur kleine Anpassungen, die zu Verbesserungen führen.

Prüfen Sie Ihre Reifen, bevor Sie abreisen

  • Verwenden Sie eine Pumpe mit Manometer.
  • Sind Sie viel mit Gepäck oder einem Kind unterwegs? Drehen Sie die Spannung innerhalb der Reifengrenzen leicht auf.

Statt “hohe Unterstützung” sollte es “intelligente Unterstützung” heißen.”

  • Verwenden Sie eine höhere Unterstützung, insbesondere beim Beschleunigen und bei Gegenwind.
  • Schalten Sie herunter, sobald Sie die Reisegeschwindigkeit erreicht haben.

Halten Sie die Batterie im Winter wärmer

  • Bewahren Sie die Batterie nach Möglichkeit im Inneren auf.
  • Fahren Sie nicht mit einer eiskalten Batterie los, die sofort hart arbeiten muss.

Welche Batterie eignet sich für Ihren Einsatz: 720Wh oder 960Wh?

Die Entscheidung ist oft weniger schwarz-weiß als “groß ist besser”. Es kommt auf Ihren Tagesablauf, Ihre Marge und darauf an, wie oft Sie laden wollen (oder können).

Schnelle Auswahlhilfe

Diese Tabelle hilft Ihnen bei der Auswahl anhand von Situationen, die in den Niederlanden üblich sind.

Ihre Situation720Wh passen oft als...960Wh ist oft schlauer als...
Pendeln (flach, vorhersehbar)Sie halten sich täglich in einem Umkreis von 30-45 km auf und können zu Hause/am Arbeitsplatz aufladen.Sie wollen weiträumig planen oder mehrere Tage fahren, ohne zu laden
Städtereisen mit vielen StoppsSie fahren meist im Eco-/Middle-ModusSie fahren oft mit hoher Unterstützung oder tragen viel Gewicht
Familie/Messenger oder schwere LastIhre Wege sind kurzSie machen regelmäßig lange Fahrten mit zusätzlichen Kilos
Einsatz im WinterIhre Reisen sind kurz und Sie planen mit SpielraumSie wollen auch bei kaltem und windigem Wetter sicher sein, dass Sie eine gute Reichweite haben

Wo Sie auf der Website weiter suchen können

Wenn Sie Ihre Reichweite besser auf Ihre täglichen Fahrten abstimmen wollen, sollten Sie auch die Aspekte Aufladen, Wartung und Sicherheit berücksichtigen.

Eine bodenständige Art, die Zukunft schon heute besser zu planen

Möchten Sie dies sofort anwenden? Notieren Sie nach drei Fahrten Ihre Entfernung, die Bedingungen (Wind/Kälte) und wie viel Prozent des Akkus Sie verbraucht haben. Rechnen Sie das mit Ihrer Akkukapazität in Wh/km um, und Sie haben eine persönliche Bandbreite, die viel zuverlässiger ist als allgemeine Angaben.

Wenn Sie möchten, können Sie dann eine Probefahrt oder einen Service-Check vereinbaren, damit Ihre Unterstützung, Ihr Reifendruck und Ihre Einstellung wirklich zu Ihrem Einsatz passen. Auf der Website finden Sie den richtigen Ort, um das in aller Ruhe zu organisieren.